Finale Entscheidung
WDR-Rundfunkrat segnet Jauch-Talkshow ab
Die Verpflichtung Günther Jauchs für die ARD ist perfekt: Nach dem NDR-Rundfunkrat hat der Moderator auch die zweite und damit entscheidende Hürde der Öffentlich-Rechtlichen genommen. Der kritische WDR stimmte dem halben Senderwechsel zu.
Hamburg - Günther Jauch wird zweigeteilt, hat nun auch der WDR-Rundfunkrat entschieden. Das Gremium hat am Dienstag die Verpflichtung des bislang ausschließlich für RTL tätigen Moderators für die ARD mit großer Mehrheit durchgewunken, berichtet der "Kölner Stadt-Anzeiger" in seiner Onlineausgabe.
Auch dieses Mal war der Deal nicht vor Kritikern gefeit. So hatte die WDR-Rundfunkratsvorsitzende Ruth Hieronymi im Vorfeld der Entscheidung mehrfach Bedenken gegen eine Verpflichtung des 53-Jährigen geäußert. "Wenn nur der halbe Jauch zur ARD kommt, ist das nicht unproblematisch", hatte sie gesagt, "da stellt sich eine Grundsatzfrage." Das habe es noch nie gegeben, dass ein bekannter Journalist und "führender Repräsentant" sowohl im öffentlich-rechtlichen als auch im privaten Fernsehen tätig sei.
Schließlich wurde Jauch laut "Kölner Stadtanzeiger" vom WDR wie schon zuvor vom NDR zugute gehalten, dass er zwar sein RTL-Quiz "Wer wird Millionär?" behält, aber "Stern TV" abgibt und sich verpflichtet, kein anderes Informationsformat bei dem Privatsender zu übernehmen. Hinzu kommt, dass der Moderator auf Werbeengagements verzichten will.
Das Problem des "halben Jauch" sieht der Rundfunkrat dem Bericht zufolge jedoch nach wie vor, zumal Jauch in der kommenden TV-Saison mit "Alt gegen Jung - Das Duell der Generationen" gleich eine neue Sendung bekommt, die neben Unterhaltung auch Wissensvermittlung verspricht.