Kreuzfahrt-Boom
TUI Cruises startet Bau neuer Schiffe
Der Kreuzfahrt-Newcomer TUI Cruises wächst in Blitzgeschwindigkeit. Nur vier Monate nach der Taufe seines zweiten umgebauten Schiffes verkündet Unternehmenschef Richard Vogel erstmals einen Neubau: "Mein Schiff" Nummer drei wird in Finnland gefertigt.
Hamburg - Die Gerüchteküche kochte seit Tagen. Auf der Branchenmesse Seatrade in Hamburg befriedigte TUI-Cruises-Chef Richard Vogel am Dienstagmittag endlich die Neugier der Kreuzfahrtbranche: Das 2008 an den Start gegangene junge Unternehmen mit Sitz in der Hansestadt wird sein erstes Schiff bauen lassen, Sieger der Ausschreibung wurde die STX-Werft im finnischen Turku. Zudem habe die Reederei die Option, in den nächsten zwölf Monaten noch ein weiteres Schiff bei STX zu bestellen.
"Verbunden mit der starken Marktnachfrage und unserer exzellenten Buchungslage ist ein Flottenausbau nur konsequent", sagte Vogel. Der Manager schaut wie die gesamte Branche trotz weltwirtschaftlicher Turbulenzen optimistisch in die Zukunft, wächst doch das Interesse der Deutschen rasant - bis 2015 rechnet Vogel mit einem jährlichen Passagier-Plus von elf Prozent, 2010 waren es mit 1,2 Millionen Kreuzfahrern sogar plus 18 Prozent.
"Die Zeiten, dass wir nur kleine Schiffe füllen können, sind endgültig vorbei", sagte Vogel am Montag über den deutschen Markt - und kündigte am Dienstag einen Neubau an, der - wenn er wie geplant im Mai 2014 zu Wasser gelassen wird - rund 600 Passagiere mehr fassen kann als die Schiffe der bisherigen Flotte.
295 Meter lang, 36 Meter breit und mit 1250 Kabinen auf 15 Decks für 2500 Passagiere ausgelegt, übertrifft das dritte TUI-Schiff auch die aktuelle Sphinx-Baureihe von Aida Cruises, der größten deutschen Kreuzfahrtreederei. Die Schiffe ab der 2010 getauften "Aida Blu" sind 252 Meter lang, 32 Meter breit und können 2050 Gäste beherbergen. Erst im Jahr 2015 soll das erste der beiden
gerade in einer japanischen Werft in Auftrag gegebenen Aida-Riesenschiffe mit 125.000 BRZ auf den Markt kommen - diese verfügen dann über 3250 Betten.
Beeilt sich Richard Vogel deswegen so mit dem Bau? Bei der Ausschreibung war ein Muss-Kriterium das Auslieferungsdatum - asiatische Werften hätten das nicht gewährleisten können, sagte der TUI-Cruises-Chef. Zu den Kosten für die möglichen zwei Neuzugänge machte er keine Angaben.
Nach wie vor sieht sich TUI Cruises nicht in Konkurrenz zu dem Clubschiff-Anbieter Aida: "Wir setzen auf unser Premium- und Wohlfühlkonzept", sagt Vogel. Einzigartig auf dem deutschen Markt bei dem Neubau sei der hohe Anteil der Außenkabinen von 90 Prozent, so der CEO. Beibehalten werde die All-inclusive-Politik an Bord, und viel Wert lege das Unternehmen nach wie vor auf guten Service und auf Rückzugsmöglickeiten.
Bei dem neuen Schiff sollen die Kabinen daher mehr denn je als "Wohlfühlorte" ausgebaut werden, sagt Vogel, mit möglichst großen Balkons. "Modern, effizient und stylish" soll der Neuling werden - "Mein Schiff" Nummer drei soll auch in Sachen Umweltfreundlichkeit neue Standards setzen, verkündet das Unternehmen. Technische Details will sein Chef jedoch erst in einigen Monaten bekannt geben.
Die Konkurrenz in Rostock sieht die Pläne gelassen: "Jedes neue Produkt belebt das Interesse an Kreuzfahrten", sagte Aida-Chef Michael Thamm auf der Seatrade lediglich.
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