Untreueverdacht
Olympus-Europazentrale verschwieg dubiose Zahlungen
Nun ist auch die Europazentrale von der Affäre um dubiose Zahlungen betroffen: Die Staatsanwaltschaft Hamburg hat drei ehemalige Olympus-Manager angeklagt - sie sollen bereits im Jahr 2003 Hunderttausende Euro veruntreut haben. Erst fünf Jahre später informierte das Unternehmen die Fahnder.
Hamburg - Die Dimension ist nicht vergleichbar, das Muster schon: Ähnlich wie der japanische Mutterkonzern ist auch die Europazentrale des Kameraherstellers Olympus von dubiosen Zahlungen des Managements betroffen. Die Hamburger Staatsanwaltschaft hat bereits im März dieses Jahres gegen drei frühere Manager Anklage wegen Untreue erhoben. Sie sollen laut einem Behördensprecher Zahlungen in Höhe von 640.000 Euro an eine andere Firma genehmigt zu haben, ohne dass Olympus dafür eine Gegenleistung erhalten habe.
Erstaunlich an der Affäre in Europa ist der Zeitraun der mutmaßlichen Tat: Laut der Staatsanwaltschaft erfolgten die dubiosen Zahlungen bereits von Juni bis Oktober 2003. Mindestens seit 2008 ist auch das Unternehmen nach eigenen Angaben über die Unregelmäßigkeiten informiert. Es sei damals durch eine Prüfung des Finanzamts aufmerksam geworden, sagte eine Sprecherin. Nach internen Ermittlungen durch die Revisionsabteilung seien die entsprechenden Unterlagen damals der Staatsanwaltschaft übergeben worden. Seitdem habe man nichts mehr davon gehört.
Zu der Identität der Beschuldigten wollte sich Olympus Europa nicht äußern. Laut einem Bericht der "Financial Times Deutschland" soll einer der Angeklagten der langjährige Europachef Werner Teuffel sein. An wen die Gelder geflossen sein sollen, gab weder das Unternehmen noch die Staatsanwaltschaft bekannt. Ein Prozesstermin stehe noch nicht fest.