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24.04.2012
 
Neuheiten der Peking Autoshow
Lacher oder Kracher?
Aus Peking berichtet Tom Grünweg
FOTOSTRECKE
Dreiste Plagiate europäischer Modelle - damit assoziierte man bisher die chinesische Autoindustrie. Doch inzwischen können die einheimischen Hersteller mehr als kopieren, auch wenn dabei so manch grotesker Wagen entsteht. Die Tops und Flops der Peking Autoshow.

Verquollene Formen, monströse Kühlerfratzen, verspielte Scheinwerfer und Kreuzungen von Fahrzeuggattungen, die man nun wirklich nicht kreuzen sollte -die Peking Autoshow hat auch dieses Jahr wieder einige Lacher zu bieten. 100 Marken und fast 500 Modelle aus China drängen sich auf der von der Quadratmeterzahl eher kleinen Autoshow in Peking - und manchmal fühlt man sich dort wie in einem PS-Panoptikum.
In einigen Ecken wirkt die Messe wie einer der vielen Fake-Märkte in der Stadt, die voll sind von Imitaten und Plagiaten. "Erkennen Sie die Kopie?", könnte man deshalb stundenlang spielen, wenn man sich in den Hallen vorbei schieben lässt an der chinesischen Version des BMW X1, einer Handvoll Smart-Nachbauten oder den Klonen von Hummer und Jeep.
Früher kopiert, jetzt gekauft
Dabei ist man nie ist so ganz sicher, wie platt das Plagiat nun wirklich ist. Denn mittlerweile haben die Chinesen so viele europäische Autohersteller aufgekauft oder in Joint Ventures gezwungen, dass manche Imitate wie der MG Icon oder der schwülstige Englon im Geist des alten Londoner Taxis in Wahrheit ganz legale Lizenzbauten sind.
Aber in den neun überheizten und viel zu vollen Hallen entdeckt man neben den Lachern zunehmend auch ein paar echte China-Kracher: Autos, die einen eigenen Stil haben, die neue Ideen verfolgen und sich zumindest beim Design nicht vor Serienmodellen aus Europa, Japan oder Amerika verstecken müssen. "Auch hier gibt es genügend Menschen, die wissen, wie man ein gutes Auto baut", mahnt VW-Manager Hans Demant vor europäischer Überheblichkeit.
Chance auf die Straße
Vielen chinesischen Herstellern stehen inzwischen zahlreiche Entwicklungsdienstleister aus ganz Europa und Designbüros vor allem aus Italien zur Seite. Fahrzeuge wie die Limousinen oder Geländewagen von Mercedes-Kooperationspartner BAIC, die Mittelklasse-Limousine Roewe 950 oder die ersten SUVs von JAC und Geely würden sich auch auf europäischen Straßen gut machen. Und der Heyue SC von JAC ginge vielleicht sogar als kerniger Sportwagen durch, wenn jemand dem Motor noch mehr als die mageren 2,3 Liter und 165 PS entlocken würde.
Das vielleicht aussichtsreichste Modell ist aber weder eine Luxuslimousine, noch ein SUV und auch kein Sportwagen - sondern eine blauer Kleinwagen mit fast stromlinienförmigem Gesicht. Das Auto hat noch keinen Namen, und den der Marke Denza kennt bislang noch keiner. Warum das vielleicht ein Fehler ist, lesen Sie hier - bei den subjektiven Lachern und Krachern aus China auf der Motorshow in Peking.
FOTOSTRECKE

 
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