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09.05.2012
 
Siegesparade in Russland
Moskau fährt sein Waffenarsenal auf
FOTOSTRECKE
Russlands traditionelle Siegesparade geriet zur Demonstration militärischer Stärke: Panzer rollten über den Roten Platz, Tausende Soldaten marschierten im Gleichschritt, die Armee ließ Abschussrampen für Interkontinentalraketen auffahren. Präsident Putin beschwor Moral, Prinzipien - und Frieden.
Moskau - Mit einer riesigen Militärparade auf dem Roten Platz in Moskau hat Russland am Mittwoch des Endes des Zweiten Weltkriegs vor 67 Jahren gedacht. Der neue Präsident Wladimir Putin nahm gemeinsam mit dem am Vortag ernannten Regierungschef Dmitrij Medwedew die traditionelle Parade ab.
Wie gewohnt marschierten dabei Tausende Soldaten über den Roten Platz. Zahlreiche Panzer und Abschussrampen für atomwaffenfähige Raketen wurden aufgefahren, um die militärische Stärke Russlands zu demonstrieren.
Die Sowjetunion habe bei der Beendigung des Zweiten Weltkriegs eine Schlüsselrolle gespielt, sagte Putin in einer Ansprache vor zahlreichen Veteranen und Sowjetpolitikern, darunter der letzte sowjetische Staatschef Michail Gorbatschow. Russland habe deshalb auch heute noch das "moralische Recht", seine Haltungen auf der internationalen Bühne "prinzipientreu und entschlossen" zu vertreten. Sein Land werde alles für eine "friedliche und sichere Zukunft" tun, versprach der neue Präsident.
Vor wenigen Tagen hatte der russische Generalstabschef angekündigt, der Kreml ziehe einen Erstschlag in Erwägung, sollte der Streit mit den USA über das in Europa stationierte Raketenabwehrsystem sich zuspitzen. Putin selbst ging darauf in seiner Ansprache nicht direkt ein.
Während in den meisten Ländern der 8. Mai 1945 als Tag der Kapitulation Deutschlands gefeiert wird, gilt in Russland der 9. Mai als Tag des Siegs. Mit etwa 27 Millionen Opfern hat die damalige Sowjetunion im sogenannten Großen Vaterländischen Krieg von 1941 bis 1945 so schwere Verluste erlitten wie kein anderes Land.
Der Aufmarsch am Mittwochmorgen begann bei feucht-kühlem Wetter mit einer Schweigeminute für die Kriegsopfer und dem Glockenschlag des Spasski-Turms am Kreml. Wie zu solchen Anlässen üblich, stiegen vor der Zeremonie auch in diesem Jahr wieder Flugzeuge der russischen Luftwaffe auf, um mit chemischen Mitteln die Regenwolken zu vertreiben und für gutes Wetter zu sorgen.
 
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