SPIEGEL ONLINE
14.05.2012
 
Linkspartei
Lafontaine plant Kandidatur für Parteivorsitz
FOTOSTRECKE
Er will es noch mal wissen. Ex-Parteichef Oskar Lafontaine plant laut ARD, erneut für die Spitze der Linken zu kandidieren. Aber er macht es noch ein bisschen spannend: Er will seine Rückkehr an Bedingungen knüpfen - an welche genau, gibt er noch nicht bekannt.
Berlin/Hamburg - Oskar Oskar Lafontaine bereitet dem langen Gezerre um seine politische Zukunft ein Ende. Wie die ARD mit Bezug auf Parteikreise berichtet, hat sich der frühere Parteichef der Linken offenbar bereit erklärt, an die Spitze der Partei zurückzukehren.
Nach der Wahl in Nordrhein-Westfalen wollen sich die Landesvorsitzenden der Linkspartei am Montag in Berlin treffen, um die Weichen für eine neue Doppelspitze zu stellen. Bislang hatte nur Fraktionsvize Dietmar Bartsch angekündigt, für den Vorsitz zu kandidieren. Lafontaines Entscheidung, ob auch er zur Wahl antreten wolle, war in diesen Tagen erwartet worden.
Allerdings wolle Lafontaine laut ARD nicht um jeden Preis kandidieren. An welche Bedingungen er seine Rückkehr an die Parteispitze knüpft, sei hingegen noch nicht bekannt.
Gesine Lötzsch war vor wenigen Wochen aus privaten Gründen vom Vorsitz zurückgetreten. Derzeit amtiert ihr Co-Chef Klaus Ernst alleine. Sahra Wagenknecht hatte im SPIEGEL-ONLINE-Interview ausgeschlossen, dass sie gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Oskar Lafontaine die Partei führen könnte: "Das wird es nicht geben." Die neue Spitze soll auf dem Parteitag am 2. und 3. Juni in Göttingen gewählt werden.
Nach SPIEGEL-Informationen ist im Ostteil der Partei der Unmut über Lafontaines monatelanges Taktieren gewachsen, der Konflikt droht die Partei wieder in Ost und West zu spalten. Er habe "das Spiel überreizt und der Partei geschadet", hieß es aus Vorstandskreisen.
 
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