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15.05.2012
 
Frankreichs neue First Lady
Der Stilwechsel
FOTOSTRECKE
Abgang Carla Bruni, Auftritt Valérie Trierweiler. Die wohl glamouröseste Première Dame Frankreichs verhalf ihrem Mann einst zu Größe, doch geblieben ist davon wenig: Im Amt wurde Bruni erst bieder, dann beliebig. Wie gut, dass mit ihrer Nachfolgerin nun wieder echtes Leben in den Elysée einzieht.   
Paris - Irgendwann zwischen 2007 und 2012 ist ihr der Stil abhandengekommen. Wann genau, das weiß wohl niemand so recht. Ihr Äußeres war Carla Brunis Kapital, mit ihm verdiente sie ihr Geld, es machte sie berühmt - und interessant. Es strahlte ab auf Nicolas Sarkozy, den konservativen, kleinen Mann. An Carlas Seite wuchs er. Wer so eine tolle Frau becirct, der kann so verkehrt nicht sein.
Natürlich ist das total oberflächlich, aber man wird schließlich nicht Model wegen der inneren Werte. Und wie vergänglich Schönheit ist - oder besser gesagt das, was wir dafür halten, wurde an diesem Dienstag beim Hausherrenwechsel im Elysée deutlich.
Carla Bruni ging - und zwar mitnichten so, wie sie einst gekommen war. All das, was sie lange Zeit für die Öffentlichkeit interessant gemacht hatte, ist im Amt scheinbar verflogen. Als Ende 2007 ihre Liaison mit Nicolas Sarkozy öffentlich wurde, katapultierte das die Messlatte für alle Politikergattinnen in unerreichbare Höhen. Samantha Cameron? Im Vergleich zu dem singenden Model italienischen Ursprungs dann doch sehr britisch, auch wenn sie sich viel Mühe gab. Michelle Obama? Nah dran, aber nicht ganz so formvollendet.
Bruni war nicht nur schön, sie hatte ein Leben, das auch das ihres Lebensgefährten und späteren Mannes Nicolas Sarkozy etwas spannender erscheinen ließ. Sie sagte Sätze wie: "Ich bin eine Katze, eine Italienerin." Oder: "Monogamie langweilt mich fürchterlich."
Nun ist sie als Première Dame abgetreten. In einem Hosenanzug, der an den Armen zu spuchtig und an den Beinen zu schlabberig war. Und vielleicht weiß man zu wenig über Brunis inneren Werte, um einfach darüber hinwegsehen zu können. Sie hat viel mit sich machen lassen in den letzten Jahren, vor allem im Gesicht, das straffer und straffer wurde und doch immer weniger nach Leben aussah.
Dabei war es das wilde Leben, das sie so interessant hatte werden lassen: Ex-Geliebte von Mick Jagger, Ex-Geliebte von Eric Clapton, Ex-Model. Sie zehrte lange von den Meriten des wilden Lebens, doch danach kam wenig. Die Kleider waren immer noch von Dior und Chanel, sie wurden erst länger, dann schließlich blieben sie im Schrank - zugunsten der Hosen. Das Lächeln wurde verhaltener.
Der Auftritt von Valérie Trierweiler wirkte an diesem Dienstag so, als habe jemand im Elysée stoßgelüftet. Raus der Muff, und sei er von Chanel, rein das Leben. Die Journalistin kennt den Politikbetrieb. Sie stammt aus einfachen Verhältnissen, in einem Interview mit der britischen "Times" erklärte sie einst, sie habe nie Kleider teurer Designer gekauft. Trotzdem sah sie heute gut aus, sehr stilvoll.
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