Lagerfeld-Modenschau
Marie Antoinette als Punk
Kurze Röcke, große Hüte, hohe Plateau-Schuhe: Karl Lagerfeld tat in Paris das, was er am besten kann - er steckte Models in pompöse, neue Chanel-Entwürfe. Die prominenten Zuschauer bekamen Pastellfarben, viel Tüll und noch mehr Marie Antoinette.
Paris - Zurückhaltung ist nicht sein Ding: Der allgemeinen Krisenstimmung zum Trotz hat Designer Karl Lagerfeld in Paris seine neueste Kollektion für Chanel präsentiert. Zu den Gästen zählten Schauspielerin Tilda Swinton, Punk-Model Alice Dellal und Sängerin Vanessa Paradis. Für die Lagerfeld-Schau wurde die angemessene Kulisse gewählt - das Schloss Versailles.
"Das Schloss ist der perfekte Platz für Chanel", sagte Paradis. Man könne sich nichts besseres vorstellen. Und tatsächlich: Lagerfelds Entwürfe für seine "Cruise Collection", die Übergangs-Kollektion, erinnern an Rokoko, an Marie Antoinette gemischt mit ein bisschen Coco Chanel und Punk. Das Magazin "Women's Wear Daily" zitiert Lagerfeld mit den Worten: "Es ist Coco Rock, nicht Rokoko."
Model Cara Delavigne eröffnete die Modenschau in einem Samtkleid mit puffigem Rock. Auf dem Laufsteg unter freiem Himmel waren kurze Röcke, weite Kleider, Plateau-Turnschuhe und Pastellfarben zu sehen. Als Accessoires mussten Handschuhe, übergroße Hüte auf bunten Kurzhaarperücken sowie blinkende, schwere Ketten herhalten.
Ist all das nicht ein wenig zu viel in einem Land, in dem gerade erst ein Sozialist zum neuen Präsidenten gewählt wurde, der die Reichen in die Pflicht nehmen will? "Aber nein", sagt Karl Lagerfeld nach der Schau. "Ich befasse mich hier ja nicht mit Politik."
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