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24.05.2012
 
Misstrauensvotum
Tedeschi als Chef der Vatikanbank abgesetzt
AFP
Keine drei Jahre hat er es an der Spitze der Vatikanbank IOR ausgehalten: Nach einem Misstrauensvotum ist Ettore Gotti Tedeschi nun als Präsident abgelöst worden. Gegen ihn wird wegen Geldwäsche ermittelt. Von seinem Nachfolger hat der Heilige Stuhl schon genaue Vorstellungen.
Rom - Im September 2009 war Ettore Gotti Tedeschi angetreten, um die Vatikanbank IOR in das globale Zeitalter zu führen. Papst Benedikt XVI. hatte den langjährigen Italien-Chef der spanischen Banco Santander an die Spitze der IOR berufen, um Klarheit in die Geschäfte bringen - doch Tedeschi schaffte offenbar das Gegenteil.
Schon seit November 2010 steht der 67-Jährige gemeinsam mit einem weiteren Top-Manager unter dem Verdacht der Geldwäsche. Den Männern wird vorgeworfen, gegen die in Italien gültigen Anti-Geldwäsche-Standards verstoßen zu haben.
Am Donnerstag ist Tedeschi nun nach einem Misstrauenvotum der Bankaufsicht als IOR-Präsident abgelöst worden. Er habe es nicht geschafft, die grundlegenden Anforderungen seines Amtes zu erfüllen, heißt es in einer Mitteilung des Heiligen Stuhls. Deshalb sei das Misstrauensvotum anberaumt worden.
Man hoffe nun, einen neuen Präsidenten zu finden, der die Beziehungen im Institut und an den Finanzplätzen wieder aufbauen könne. Basieren sollen diese auf gegenseitigem Respekt und international akzeptierten Bank-Standards.
Die Vatikanbank IOR - offiziell "Institut für die religiösen Werke" - wurde 1942 gegründet und ist die Hausbank des Heiligen Stuhls, der Vatikanstadt sowie zahlreicher Diözesen, Orden und Wohlfahrtsverbände. Das Institut betreibt die klassischen Bankgeschäfte, hat Anteile an verschiedenen anderen Kreditinstituten und ist seit den siebziger Jahren auch im internationalen Investmentgeschäft tätig.
Die IOR-Aktivitäten und deren Bilanz unterliegen absoluter Geheimhaltung. Schätzungen zufolge beträgt das Aktivvermögen etwa fünf Milliarden Euro.
 
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