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15.06.2012
 
Einzelhandelskonzern
Carrefour gibt griechischen Markt auf
REUTERS
Der größte europäische Einzelhändler ist künftig nicht mehr in Griechenland vertreten. Carrefour hat angekündigt, sein Engagement in dem schuldengeplagten Land zu beenden - und begründet den Rückzug mit der unsicheren wirtschaftlichen Lage.
Paris - Im jüngsten Quartal brach der Umsatz um 16 Prozent ein - nun hat Carrefour die Reißleine gezogen: Der größte europäische Einzelhändler kehrt dem krisengeschüttelten Griechenland den Rücken. Dort und auf Zypern betreibt der französische Konzern bislang ein Joint Venture mit der griechischen Partnerfirma Marinopoulos. Carrefour kündigte an, seinen Anteil an dem griechischen Joint-Venture komplett an Marinopoulos zu verkaufen.
Der Ausstieg aus dem griechischen Markt kommt den europäischen Branchenprimus teuer zu stehen. Infolge der Veräußerung werden laut Angaben des Unternehmens 220 Millionen Euro abgeschrieben. Carrefour begründete den Rückzug mit "den Herausforderungen für Griechenlands Wirtschaft". Die schlechten Geschäftszahlen sind auch deshalb bemerkenswert, weil das Ansehen der Carrefour-Supermärkte bei den griechischen Kunden prinzipiell sehr hoch ist - dennoch waren sie offenbar nicht mehr erfolgreich zu betreiben.
Die Abkehr von Griechenland ist eine der ersten Entscheidungen des neuen Carrefour-Chefs Georges Plassat, der erst seit vergangenen Monat amtiert. Die Entscheidung erfolgt kurz vor den Schicksalswahlen in Griechenland am Sonntag, die auch als Abstimmung über den Verbleib des Landes in der Euro-Zone gelten. Ob Marinopoulos, dem die Supermarktkette künftig allein gehört, Läden schließen oder Personal entlassen wird, ist noch unklar. Firmenchef Leonidas Marinopoulos teilte lediglich mit, die Übernahme böte die Möglichkeit, das Geschäftsmodell anzupassen.
Der Verkauf der griechischen Tochter muss noch von den Kartellbehörden genehmigt werden. Nach Einschätzung von Carrefour wird dies in den nächsten Wochen der Fall sein. Das Unternehmen leidet besonders unter der Schuldenkrise in der Euro-Zone, da es stark in aktuellen Problemländern wie Spanien und Italien vertreten ist.
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