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15.06.2012
 
Geraubte Mumie
Von Peru nach Bayern und zurück
DPA / Marianne Franke / Völkerkundemuseum München
Vor 27 Jahren wurde eine Mumie aus einem Grab im peruanischen Hochland geraubt. Unter ungeklärten Umständen kam sie illegal nach Deutschland. Jetzt ist sie wieder nach Hause zurückgekehrt - an Bord der Präsidentenmaschine.
München/Lima - Der peruanische Präsident Ollanta Humala hat von seinem Staatsbesuch in Deutschland eine rund 600 Jahre alte Mumie in die Heimat zurückgebracht. Das Staatliche Museum für Völkerkunde in München hat entsprechende Berichte peruanischer Medien bestätigt.
Die Mumie war vor 27 Jahren aus einem Grab im peruanischen Hochland geraubt und unter ungeklärten Umständen illegal nach Deutschland eingeführt worden, wie der stellvertretende Museumsdirektor Wolfgang Stein sagte. Im Jahr 1986 sei sie von der Polizei beschlagnahmt und dann in dem Münchner Museum untergebracht worden. Die peruanischen Behörden hätten Bescheid gewusst.
"Sie wurde hier nie ausgestellt", betonte Stein. Er selbst war nach Berlin gereist, um die Mumie am Montag im Hotel Adlon zu übergeben. Fachgerecht verpackt machte sie sich nach einem Vierteljahrhundert im bayerischen Exil auf den Rückweg in ihre Heimat. Dort soll sie voraussichtlich an ein Museum übergeben werden. In Peru verursachte die Rückgabe Begeisterung und ein großes Medienecho.
Die Mumie stammt nach Angaben des peruanischen Außenministeriums aus der Gegend des Alpamayo, eines Berges der peruanischen Gebirgskette Cordillera Blanca in den nördlichen Anden. Wie genau und von wem die Mumie geraubt und nach Deutschland geschmuggelt wurde, wurde nicht bekannt. Das Ministerium erklärte, solche Mumien würden in den Bergen häufig gefunden und illegal außer Landes gebracht.
Es handle sich um eine "Hocker-Mumie", sagte die Münchner Restauratorin Regina Stumbaum, die die Mumie zusammen mit einer Kunstspedition reisefertig gemacht hat. Die Mumie hat die Beine angewinkelt, sie ist etwa 60 Zentimeter hoch und 30 Zentimeter breit. Sie habe sich in einer Kiste befunden, in der sie nicht bewegt worden sei, sagte Stumbaum. Für den Transport sei die Mumie mit säurefreiem Material abgepolstert worden, die Kiste wurde dann in ein Spezialbehältnismit bis zu zehn Zentimeter dicken Wänden gesteckt.
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