Google-Show
Die wichtigsten Ankündigungen im Überblick
Google hat ein gewaltiges Aufgebot an Neuerungen präsentiert bei der Eröffnung seiner Entwicklerkonferenz Google I/O. Es gab nicht nur ein neues Tablet, sondern auch wichtige Betriebssystem-Updates, einen Medienspieler und vieles mehr. Das Wichtigste im Überblick.
Nexus 7 Tablet: Der Flachrechner mit 7-Zoll-Bildschirm wird von Asus gebaut und läuft mit einem Tegra-3-Chip. Sein Bildschirm hat eine Auflösung von 1280 x 800 Bildpunkten, mit 340 Gramm ist das Gerät ausgesprochen leicht - ein iPad wiegt etwa doppelt so viel. Das Tablet ist eng mit Googles Medienshop Google Play verzahnt, soll Musik, Videos, Spiele transportieren. Für europäische Kunden ist das eine schlechte Nachricht: Google Play hat in Europa nur ein sehr eingeschränktes Angebot. Mit 199 Dollar kostet das Nexus 7 genauso viel wie ein Kindle Fire, Amazons in den USA derzeit höchst erfolgreiches Android-Tablet. Beide sind in Deutschland aber vorerst nicht erhältlich.
Android Jelly Bean: Die neue Betriebssystem-Version 4.1 bringt grundlegende Neuerungen mit. Viele sind kosmetisch - die Bildschirmdarstellungen sollen schneller und geschmeidiger sein, Fotos lassen sich leichter durchblättern oder löschen, das Verschieben von Widgets von einem Bildschirm auf den anderen wurde vereinfacht. Icons ordnen sich automatisch neu an, um für zu große Widgets Platz zu schaffen. Entscheidend sind andere Neuerungen: Die Spracherkennung funktioniert nun auch ohne Netzanbindung, und die Sprachsuche wurde offenbar enorm verbessert. Ergebnisse werden nicht als Linklisten angezeigt, sondern als hübsch aufbereitete Informationshäppchen, samt Bild und Sprachausgabe. Ein Jelly-Bean-Handy soll eine universelle Antwortmaschine sein, wie ein iPhone 4S mit Siri. Und ein Lebensassistent: Google soll durch die Verknüpfung von Informationen aus Google-Diensten etwa erraten, welche Sportmannschaft den Nutzer interessiert oder wann und auf welchem Weg er in der Regel zur Arbeit fährt. Auf dieser Basis soll der Dienst etwa warnen, wenn auf dem Arbeitsweg Stau herrscht - und eine Alternativroute vorschlagen können. Google Q: Der Medienball des Suchmaschinenkonzerns ist ein Streaming Client, mit dem Nutzer von Google Play Musik oder Videos aus der Datenwolke auf TV-Gerät oder Stereoanlage bringen können, bei Bedarf auch mehrere Nutzer parallel. Bedient wird die Plastikkugel über ein Android-Handy oder -Tablet, das per NFC-Chip mit einer einfachen Berührung mit dem Gerät gekoppelt wird. Kosten soll der Q 300 Dollar. Ob und wann er in Europa auf den Markt kommt, ist unklar. Sicher ist, dass die Anbindung an Google Play für das Gerät zentral ist, und Google Play ist in Europa derzeit nur sehr eingeschränkt nutzbar. Google+: Für den Dienst wurde eine neue Funktion namens "Events" vorgestellt, die das Planen und Begleiten von Feiern, Tagungen und anderen Ereignissen erleichtern sollen. Einladungen lassen sich hübscher gestalten, vor allem aber können alle Eingeladenen über eine Funktion namens "Party Mode" während eines Ereignisses Bilder oder Videos direkt in einen gemeinsamen Datenstrom hochladen. So soll schon während eines Ereignisses eine Art digitale Dokumentation entstehen - das kann Facebook in dieser Form derzeit nicht bieten. Außerdem wurde für Google+ etwas vorgestellt, worauf Nutzer des Dienstes schon lange warten: eine eigene Tablet-App. Für Android-Geräte steht sie ab sofort zur Verfügung, fürs iPad "bald". In Jelly-Bean-Geräten soll Google+ tiefer integriert werden, so dass man beispielsweise auf einem Benachrichtigungsbildschirm unmittelbar hochgeladene Fotos wird betrachten und auch gleich mit einem "+1" wird loben können. Project Glass: Die Google-Datenbrille mit eingebauter Kamera wurde bei der Keynote mit großer Show präsentiert. Prototypen für Entwickler sollen ab Januar 2013 zur Verfügung stehen - zum Preis von 1500 Dollar pro Stück. US-Entwickler können die Prototypen bei Google I/O vorbestellen.