Klopp motiviert Sportstudenten
Wer nichts wird, wird Meister
Als Fußball-Messias kam Jürgen Klopp an die Sporthochschule Köln, seine Fans strömten in Scharen herbei. Für die kommenden Champions-League-Saison stapelte der Meister tief, den Sportstudenten trieb er ihre Zukunftsangst aus: Wenn aus Klopp was wurde, wird aus jedem was.
Er ist zweifacher Deutscher-Meister-Trainer, ehemaliger Sportstudent und in Dortmund und Umgebung so eine Art Heiliger. Und als die derzeit unangefochtene Koryphäe im deutschen Vereinsfußball lud Jürgen Klopp, Trainer von Borussia Dortmund, am Dienstag in die Sporthochschule Köln - zur Audienz in der heiligen Stadt, gewissermaßen.
Die Jünger in Köln - "wo Fußball ja nicht ein so positiv besetztes Thema ist", so Klopp - kamen dankbar und in Massen. Rund 800 Zuhörer verfolgten live oder in einem der zwei Hörsäle, in denen die Klopp-Show auf Leinwänden übertragen wurde, was der Meister zu sagen hatte, und das war wie immer eine Menge.
Im gelben BVB-Pulli moderierte Klopp seine One-Man-Show am eigentlichen Vorlesungsthema "Erfolgsfaktoren im Spitzenfußball, moderne Spielsysteme und Mannschaftstaktiken" vorbei. Der diplomierte Sportwissenschaftler Klopp, Absolvent der Uni Frankfurt, ließ es am bekannten Selbstvertrauen nicht fehlen ("Ich brauche kein Powerpoint, weil ich druckreif reden kann"), gestand aber auch ein, er wisse eh nicht, "wie man das Gerät bedient".
Dann bot Kumpel Klopp dem Auditorium das Du an, denn: "Ich bin ein Duzer, ein 08/15-Typ", was freilich kaum wen überrascht haben dürfte. Und "da im Hörsaal zu häufig über Dinge gesprochen wird, die keiner hören will", eröffnete Klopp schnell die angekündigte Diskussion mit dem Plenum - inklusive 30 Minuten "Nachspielzeit".
Für die Champions-League-Saison stapelte Kloppo tief
Klopps Erfolgsrezept als Trainer? "Ich bin die fleischgewordene Zuversicht. Wenn ich etwas werden konnte, dann kann es jeder. Das ist ein Fakt." Und: "Ich habe Sport studiert und bin trotzdem erfolgreich." Klopp in gewohnter Rolle, als Meister-Motivator - die Kölner Sportstudenten und ihre angereiste Verwandtschaft nahmen die Lehren ihres Gurus begeistert auf.
Und weil Fans nie genug kriegen von ihrem Verein und von großen Titeln, kam nach der für den BVB blamablen, vergangenen Champions-League-Saison natürlich die Frage nach der nächsten. Klopp blieb defensiv, lobte das europäische Vereinsturnier als "die größte Veranstaltung" und erklärte noch einmal, dass es darum besonders schwierig sei "cool zu bleiben". Bescheidenes Ziel, auf das er sich festlegen ließ: Sein Team soll die Vorrunde überstehen und wenigstens ins Achtelfinale einziehen.
Eine Frage brannte den vielen Kölnern außerdem besonders unter den Nägel: Wann rettet Klopp den 1. FC Köln? Der Meistertrainer nahm die Frage mit Humor, sein Konter hingegen fiel knüppelhart aus. Der FC? Ein toller Verein, aber nichts für ihn. "Ein Schönheitschirurg würde sagen: Sorry, aber Enthauptungen mache ich nicht."
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