Protest gegen US-Olympia-Uniformen
Made in China? No way!
Wenn bei den Olympischen Sommerspielen in London US-Athleten auf dem Treppchen stehen, freut sich auch die Textilwirtschaft in China. Die offiziellen Olympia-Uniformen des US-Teams werden nämlich im Reich der Mitte hergestellt. US-Politiker sind erzürnt.
Hamburg - Wenn bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele von London am 27. Juli das US-Team einläuft, sollte das bei amerikanischen Zuschauern eigentlich patriotische Wallungen auslösen. Doch jetzt birgt ausgerechnet die Aussicht auf diesen Anblick - die Athleten in ihren adretten Gala-Uniformen - Streitpotential. Denn das Design der Kostüme und Sportleibchen wurde zwar erdacht in den USA, und zwar von keinem Geringeren als Ralph Lauren, ist aber "Made in China".
Top-Politiker schimpften über die Entscheidung des nationalen olympischen Komitees, das zuzulassen. "Es ist beschämend, dass unsere amerikanischen Sportler während der Olympischen Spiele in China gefertigte Uniformen tragen werden", sagte der demokratische Kongressabgeordnete Steve Israel in einer Mitteilung.
Auch der Chef der Demokraten im Senat, Harry Reid, sagte im US-Fernsehen, das Olympia-Komitee "solle sich schämen". Man solle "alle Outfits nehmen, sie auf einen großen Haufen werfen und sie verbrennen und noch mal ganz von vorn anfangen".
Der US-Wirtschaft entgehe mit der Verlagerung der Produktion nach China insgesamt ein Milliardengeschäft, lautet einer der Vorwürfe. Ein Sprecher des Komitees verteidigte die Entscheidung mit der Begründung, dass das amerikanische Olympia-Team privat finanziert wird. Man sei dankbar für die Unterstützung der Sponsoren und stolz auf die Zusammenarbeit mit Ralph Lauren.
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