SPIEGEL ONLINE
19.07.2012
 
Afghanistan
Dutzende Nato-Versorgungslaster durch Anschlag zerstört
AP
Bei einem Bombenanschlag im Norden Afghanistans sind mindestens 22 Versorgungsfahrzeuge der Nato zerstört worden. Drei Fahrer wurden bei der Attacke verletzt, zu der sich Taliban-Kämper bekannt haben. Die Lastwagen hatten unter anderem Treibstoff geladen.
Kabul - Im Norden Afghanistans ist ein Nachschub-Konvoi der Nato attackiert worden. Mindestens 22 Fahrzeuge brannten nach einer Bombenexplosion zum Teil vollständig aus. Die Lastwagen hatten unter anderem Treibstoff geladen. Drei Fahrer wurden bei dem Anschlag verletzt, wie der Vize-Gouverneur der Provinz Samangan, Ghulam Sachi Baghlani mitteilte.
Im Morgengrauen war demnach in der Nähe eines Tanklasters ein Sprengsatz detoniert. Das Feuer habe sich dann rasch auf die anderen Fahrzeuge ausgebreitet. Der Konvoi war nach Angaben des Vize-Gouverneurs auf dem Weg von Usbekistan zu Nato-Einheiten im Süden Afghanistans. Er habe über Nacht in der Provinz Samangan Halt gemacht. Diese gehört zum Verantwortungsbereich der Bundeswehr.
Zu dem Anschlag bekannten sich Kämpfer der Taliban. Ihren Angaben zufolge wurden mehrere private Wachleute getötet. Die Nato-Truppe Isaf sprach von 24 zerstörten Tanklastern. Ein Isaf-Sprecher konnte zunächst nicht bestätigen, dass es sich dabei um Lastwagen mit Nachschub für die internationale Schutztruppe handele.
Zahl der Attacken auf Internationale steigt
In den vergangenen Monaten wurden die Nato-Einheiten stärker über die Grenze Norden Afghanistans versorgt, weil Pakistan wegen diplomatischer Spannungen mit den USA sieben Monate keine Konvois über seine Grenze durchgelassen hatte. Anfang Juli beendete Pakistan die Blockade, seither passierten aber nur wenige Lastwagen die Grenze.
Die Zahl der Attacken auf Sicherheitskräfte und Internationale hat sich nach Isaf-Angaben in den letzten zwölf Wochen um zehn Prozent erhöht. Bei weiteren Anschlägen in den vergangenen Tagen wurden mindestens zwei Nato-Soldaten getötet, zudem kamen neun afghanische Sicherheitskräfte ums Leben.
Die internationale Schutztruppe will ihren Kampfeinsatz in Afghanistan bis Ende 2014 beenden. Spezialkräfte aus dem Westen sollen dann lediglich noch im Land bleiben, um afghanische Soldaten auszubilden.
 
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