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06.08.2012
 
Jubel über Nasa-Sonde "Curiosity"
"Lang lebe die amerikanische Neugier!"
AP
Jetzt steht der Wagen auf dem Mars: Der US-Weltraumbehörde Nasa ist die schwierige Landung der Sonde "Curiosity" geglückt. Nicht nur US-Präsident Barack Obama ist begeistert.
Nach einem mehr als acht Monate dauernden Flug ist die Marssonde "Curiosity" am Montag auf dem Roten Planeten gelandet. Die US-Raumfahrtbehörde Nasa teilte kurz nach 7.30 Uhr mitteleuropäischer Zeit mit, sie habe Signale einer sicheren Landung auf dem Mars empfangen.
Kurz nachdem die Sonde im Gale-Krater aufgesetzt hatte, sendete "Curiosity" ("Neugierde") die ersten beiden Bilder zur Erde. "Es sieht aus, als seien wir an einer hübschen, flachen Stelle gelandet. Wirklich schön", sagte Adam Steltzner, der das für die Landung verantwortliche Team leitet.
Der Rover, der so groß und schwer wie ein Kleinwagen ist, soll in den kommenden Jahren erforschen, ob früher auf dem Planeten Bedingungen herrschten, die Leben ermöglichten. Die Mission kostet 2,5 Milliarden Dollar.
Im Kontrollzentrum in Pasadena in Kalifornien brandete Beifall auf, als die Sonde wie geplant nach der 567 Millionen Kilometer langen Reise im Zielgebiet in der südlichen Hemisphäre des Mars niederging. "Ich kann es nicht glauben. Es ist unglaublich", sagte der stellvertretende Leiter des Landungsteams, Allen Chen.
US-Präsident Barack Obama lobte die Landung als eine "beispiellose Technologie-Leistung". "Heute haben die USA auf dem Mars Geschichte geschrieben", sagte Obama einer Mitteilung zufolge. "Lang lebe die amerikanische Neugier (Curiosity)!", sagte Obamas Wissenschaftsberater John Holdren.
Die anschließende Pressekonferenz der Nasa wurde immer wieder von anhaltendem Applaus und begeisterten Rufen unterbrochen. Auch die Sprecher ließen sich ihre gute Laune anmerken. Adam Steltzner, der in wenigen Wochen zum zweiten Mal Vater wird, musste sich der Frage stellen, ob er seine Tochter "Curiosity" nennen wird. Das habe er allerdings nicht vor.
"Stein vom Herzen gefallen"
Auch bei der Europäischen Raumfahrtagentur Esa in Darmstadt und an der mit einem Strahlenmessgerät beteiligten Universität Kiel gab es viel Applaus. "Wenn man sich vorstellt, was alles hätte schiefgehen können, dann fällt einem schon ein gewaltiger Stein vom Herzen", sagte der deutsche Astronaut und Esa-Direktor für Bemannte Raumfahrt und Missionsbetrieb, Thomas Reiter, in Darmstadt.
"Jetzt haben sie einen funkelnagelneuen Wagen da oben stehen, ganz so, als hätten sie ihn gerade beim Autohändler gekauft", meinte Michel Denis von der Europäischen Raumfahrtagentur Esa.
Es ist das siebte Mal, dass die Nasa erfolgreich eine Sonde auf der Marsoberfläche abgesetzt hat. Der im Januar 2004 gelandete Rover "Opportunity" ist sogar noch aktiv. Seinen Zwilling "Spirit" musste die US-Weltraumbehörde dagegen im Mai 2011 verloren geben. Die 2008 auf dem Mars gelandete Sonde "Phoenix" ist seit 2010 nicht mehr aktiv.
In den kommenden Wochen lässt es "Curiosity" nach der aufregenden Landung erst einmal ruhig angehen. Die Nasa wird nun alle Systeme der Sonde überprüfen. Sobald das erledigt ist, kann der Rover seine Arme ausfahren, die Räder in Bewegung setzen - und mit der wissenschaftlichen Arbeit beginnen.
Mindestens zwei Jahre soll "Curiosity" Daten vom Mars liefern - das ist die vorsichtige Schätzung der Nasa. Die Radionuklidbatterie an Bord des Roboters könnte jedoch deutlich länger genügend Energie liefern.
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