Mehr Frauen im Job
Ältere gleichen Geburtenrückgang aus
Die Zahl älterer Arbeitnehmer hat sich laut einer Studie in den vergangenen 20 Jahren mehr als verdoppelt. Die Folge: Obwohl die Geburten sinken, sind mehr Erwerbstätige aktiv. Das gleicht die Folgen des demografischen Wandels aus - allerdings nicht auf Dauer, wie die Forscher warnen.
Nürnberg - Ältere Arbeitnehmer spielen auf dem Jobmarkt eine deutlich wichtigere Rolle als noch vor zwei Jahrzehnten. Während 1991 noch 20,8 Prozent der 60- bis 64-Jährigen einer Arbeit nachgingen, seien es 2010 bereits 44,2 Prozent gewesen, teilte das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) am Montag mit. 58 Prozent der Erwerbstätigen und Arbeitsuchenden seien inzwischen älter als 40 Jahre.
Der Anteil älterer Menschen im Job stieg der Studie zufolge aus mehreren Gründen. Entscheidenden Anteil habe die höhere Erwerbstätigkeit von Frauen. Zudem sei der Gesundheitszustand älterer Menschen heutzutage im Allgemeinen besser. Auch die politischen Rahmenbedingungen bei der Frühverrentung und den Vorruhestandsregelungen hätten sich verändert.
Der höhere Anteil der Älteren auf dem Jobmarkt gleiche vorerst noch den demografischen Rückgang aus, schreiben die Forscher. Denn obwohl aufgrund des Geburtenrückgangs die Zahl der 15- bis 64-Jährigen in der Bevölkerung um 1,2 Millionen gesunken ist, gibt es heute 1,9 Millionen Erwerbstätige und Arbeitsuchende mehr als vor zwanzig Jahren.
"Der Anstieg der Erwerbsbeteiligung und die Verschiebung der Altersstruktur der Bevölkerung haben also den demografischen Rückgang mehr als ausgeglichen", heißt es in der Studie. Langfristig könne aber auch ein weiterer Anstieg der Erwerbsquoten der Frauen und der Älteren die Folgen des demografischen Wandels nicht mehr wettmachen, warnen die Forscher. Bei realistischen Annahmen zur Entwicklung der Erwerbsbeteiligung und der Zuwanderung werde der Rückgang bis 2025 gut drei Millionen und bis 2050 sogar rund zehn Millionen betragen.