Stabhochsprung
Silke Spiegelburg verpasst Medaille
Stabhochspringerin Silke Spiegelburg kommt bei den Olympischen Sommerspielen nur auf den vierten Platz. Sie scheitert im Finale im dritten Versuch an 4,70 Metern. Olympiasiegerin ist die Amerikanerin Jennifer Suhr, Silber sichert sich Yarisley Silva aus Kuba vor der Russin Jelena Issinbajewa.
Hamburg - Silke Spiegelburg hat bei den Olympischen Sommerspielen die erhoffte Medaille verpasst. Im Stabhochsprung-Finale kam sie nicht über 4,65 Meter hinaus - und vergoss im Anschluss bittere Tränen. Die Goldmedaille sicherte sich die Amerikanerin Jennifer Suhr mit übersprungenen 4,75 Metern, Silber ging an Yarisley Silva aus Kuba (4,75 Meter). Die Russin Jelena Issinbajewa,
Olympiasiegerin von 2004 und 2008, wurde Dritte (4,70 Meter). Die beiden anderen deutschen Finalteilnehmerinnen, Martina Strutz und Liza Ryzih, kamen auf die Plätze fünf (4,65 Meter) und sechs (4,55 Meter).
Zunächst hatte es für Spiegelburg gut ausgesehen: Sie war erst bei einer Höhe von 4,55 Meter eingestiegen, ebenso wie Issinbajewa. Während Spiegelburg die Latte souverän übersprang, riss die Russin. Mit 4,65 Metern ging Spiegelburg im Anschluss sogar in Führung. Die beiden ersten Versuche über 4,70 Meter vergab die 26-Jährige jedoch, die Amerikanerin Jennifer Suhr übernahm die Spitzenposition. Auch Issinbajewa meisterte 4,70 Meter im ersten Anlauf. Suhr, in Peking noch Zweite, steigerte die Höhe auf 4,75 Meter, Silva zog nach. Beide Athletinnen mussten vor 4,80 Metern jedoch kapitulieren.
"Es war windig und schwierig zu springen", sagte Strutz, doch Spiegelburg wollte sich nicht auf eine Ursache für ihre enttäuschende Leistung festlegen. "Ich weiß nicht, was ich machen soll", sagte sie nach ihrem Wettkampf: "Ich war locker, ich war spritzig - keine Ahnung."
Vor Beginn des Wettkampfs war Spiegelburg
als Medaillenanwärterin gehandelt worden. "Sie ist in der Form ihres Lebens", hatte ihr Trainer Leszek Klima gesagt. Im Juli hatte Spiegelburg in Monte Carlo den deutschen Rekord auf 4,82 Meter hinaufgeschraubt. "Endlich ist der Knoten geplatzt. Das ist wie ein Befreiungsschlag für mich", sagte Spiegelburg damals.
Nachdem sie bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen auf dem 13. Platz gelandet war hatte sie sich in Peking auf den siebten Rang verbessert. Vier Jahre später überstand sie die Qualifikation souverän und sicherte sich einen Startplatz im Finale. Ihre Ziele für den Wettkampf formulierte sie dennoch vorsichtig: "Ich will eine sehr gute Leistung zeigen und hoffe, dass dann etwas Schönes herauskommt. Was, bleibt ein Geheimnis." Den undankbaren vierten Platz hatte Spiegelburg dabei wohl nicht im Sinn. "Ich bin immer nur Vierte, das kann doch nicht wahr sein", schimpfte sie sichtlich aufgelöst.