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30.08.2012
 
Weltbank
Lebensmittelpreise steigen dramatisch
DPA
Die Gesundheit von Millionen Menschen ist bedroht: Weltweit steigen als Folge zahlreicher Dürren die Lebensmittelpreise - teilweise dramatisch. Wie die Weltbank jetzt berechnet hat, soll der Anstieg allein im Juli zehn Prozent betragen haben.

Die Preise für Nahrungsmittel steigen in dramatischem Ausmaß. Grund sind zahlreiche anhaltende Dürren vor allem in den USA und in Osteuropa. Jetzt warnt die Weltbank: "Die Nahrungsmittelpreise sind erneut brutal angestiegen und bedrohen die Gesundheit und das Wohlbefinden von Millionen Menschen", sagte Weltbank-Präsident Jim Yong Kim am Donnerstag. Dabei seien die Menschen in Afrika und dem Nahen Osten besonders bedroht.
Im Juni und Juli seien die Preise für Mais und Soja um 25 und 17 Prozent gestiegen. Insgesamt seien die Nahrungsmittelpreise in diesem Zeitraum um zehn Prozent angestiegen, erklärte die Weltbank. In einigen Länder seien die Preise besonders krass in die Höhe geschossen: So sei in Mosambik der Preis für Mais innerhalb eines Monat um 113 Prozent gestiegen. Nur Reis verbilligte sich um vier Prozent.
Teile der USA leiden unter der schlimmsten Dürre seit Jahrzehnten. Das Land liefert mehr als die Hälfte der Mais-Exporte weltweit und ein Viertel der Weizen-Exporte. Wassermangel herrscht aber auch in Osteuropa. In Russland, Weißrussland und Kasachstan sei der Sommer besonders trocken gewesen.
Die Weltbank erklärte ihre Bereitschaft, ihr Hilfsprogramm für die Landwirtschaft aufzustocken, für das die internationale Entwicklungshilfeorganisation dieses Jahr mehr als neun Milliarden Dollar (7,2 Milliarden Euro) vorgesehen hat.
Eine ähnlich schlimme Krise wie 2008, als die Lebensmittelpreise explodiert waren, und es in mehreren Staaten zu Unruhen kam, befürchtet die Weltbank aber noch nicht. Negative Faktoren wie schwache Ernten oder ein starker Anstieg der Energiekosten könnten die Lebensmittelpreise aber auf das Niveau von vor vier Jahren treiben.
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