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05.11.2012
 
Rabatte für Großkunden
Kartellwächter ermitteln gegen die Post
DPA
Verfolgt die Post gegenüber Großkunden eine Kampfpreisstrategie? Diesem Verdacht geht das Bundeskartellamt jetzt nach. Die Post zeigt sich "etwas verwundert" über das Verfahren.
Bonn - Ihr Monopol hat die Post verloren, Marktführer aber ist sie im Briefgeschäft noch immer. Nun untersucht das Bundeskartellamt, ob dieser Status mit unlauteren Mitteln verteidigt wird. "Der Vorwurf richtet sich dagegen, dass die Preise, die die Deutsche Post von Großkunden für die Versendung von Briefen verlangt, nicht kostendeckend seien", sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt laut einer Mitteilung.
Wettbewerber hatten sich über Rabatte beschwert, welche die Deutsche Post Großversendern wie Banken, Krankenkassen oder Telefondienstleistern gewährt. Der Vorwurf lautet, dass die Post Preise anbietet, die nicht kostendeckend seien, um Wettbewerber aus dem Markt zu drängen. Das Bundeskartellamt verschickte Fragebögen an Großkunden der Post, um Informationen über Vertragsdetails bei den Rabatten zu bekommen.
Die Post wies die Kritik zurück. "Wir sind etwas verwundert", sagte ein Unternehmenssprecher. Die Bundesnetzagentur habe erst vor zwei Jahren die Rabatte für Großkunden überprüft, ohne sie zu beanstanden. Unternehmen, die große Mengen Briefe von der Post befördern ließen und diese dabei selbst anlieferten oder vorsortierten, bekämen für diese Vorleistungen entsprechende Nachlässe. "Das ist alles transparent."
Grundsätzlich gilt es als Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung, wenn ein Unternehmen über längere Zeit Waren oder Dienstleistungen unterhalb der eigenen Kosten anbietet, um Konkurrenten keine Chance auf dem Markt zu lassen. Das Verfahren gegen die Post stehe ganz am Anfang, und es gelte die Unschuldsvermutung, betonte eine Sprecherin des Kartellamts.
Anleger reagierten beunruhigt auf das Verfahren. Post-Aktien verloren rund zwei Prozent.
 
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