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03.12.2012
 
Prügelei in den USA
Schüler müssen zur Strafe Händchen halten
Corbis
Entweder sie fliegen von der Schule - oder sie halten öffentlich Händchen. Vor diese Wahl hat ein US-Rektor zwei Teenager gestellt, die sich im Unterricht geprügelt hatten. Die Streithähne entschieden sich für die Versöhnungsgeste, ihre Mitschüler lachten und höhnten. Die Schulbehörde ist entsetzt.
Es war ihnen anzusehen, wie peinlich sie die Sache fanden: Zwei Schüler im US-Bundesstaat Arizona, die sich geprügelt hatten, mussten zur Strafe eine Stunde lang öffentlich Händchen halten. Das berichtete unter anderem der Fernsehsender KPHO-TV. Demnach hatte der Rektor der Westwood High School die beiden Streithähne vor die Wahl gestellt: Entweder sie verlassen die Schule - oder sie geben sich die Blöße und machen für eine Weile auf Freundschaft.
Die beiden Schüler entschieden sich dafür, sich in der Mittagspause auf dem Schulhof nebeneinanderzusetzen und eine Stunde lang die Hände zu verschränken. Dabei mussten sie den Spott und das Gelächter ihrer Mitschüler erdulden.
"Ich wollte sie anschreien, aber ich konnte nicht. Ich habe einfach meinen Kopf eingezogen", sagte einer der beiden Streithähne KPHO-TV. Es sei die Strafe gewesen für eine Prügelei im Sportunterricht am vergangenen Mittwoch. Am nächsten Tag sei er nicht zur Schule gegangen, weil seine Mitschüler ihn sonst weiter aufgezogen hätten.
"Schlage dich nicht in der Schule"
Ein Foto der sichtlich beschämten Jugendlichen gelangte auf Facebook und in die Medien - und nicht jeder hatte Beifall übrig für diese Art der öffentlichen Erniedrigung. Ein Internetnutzer schrieb: "Ich bin entsetzt, dass ein Schulleiter eine Gruppe von Teenagern dazu bringt, zwei männliche, Händchen haltende Schüler auszulachen und zu verhöhnen." Die Aktion fördere Mobbing und stelle homosexuelle Pärchen bloß, die sich so gern an den Händen hielten wie jedes andere Paar.
Auch die zuständige Schulbehörde hieß die Strafe nicht gut. "Der Bezirk duldet diese Wahl der schulinternen Disziplinierung dieser Schüler nicht", teilte sie mit. Man wolle den Schulleiter darauf ansprechen und die Regeln in Bezug auf Bestrafungen prüfen. Einige Schüler und eine Nachbarin sprachen dem Rektor hingegen vor der Kamera ihre Unterstützung aus.
Außerdem scheint dessen Botschaft immerhin bei einem der Streithähne angekommen zu sein. Er habe etwas gelernt, sagte der Schüler. "Schlage dich nicht in der Schule."
FOTOSTRECKE

 
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