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02.01.2013
 
Hohe Abbrecherquote
Jeder dritte Bundeswehr-Freiwillige gibt auf
dapd
Tausende Freiwillige brechen ihren Wehrdienst ab. Fast jeder Dritte verlässt in der sechsmonatigen Probezeit die Bundeswehr. Viel beliebter ist die Arbeit bei Sozialverbänden.
Berlin - Tausende Plätze sind bei der Bundeswehr unbesetzt. Der Grund: Der Schnupper-Wehrdienst ist nicht gerade beliebt. Mit 30,4 Prozent scheidet fast jeder dritte Freiwillige in der sechsmonatigen Probezeit aus der Truppe aus, wie das Verteidigungsministerium am Mittwoch erklärte. Der überwiegende Teil der Abbrecher tat dies selbst, einige wurden aber auch von der Bundeswehr entlassen. Vor einem Jahr hatte die Abbrecherquote noch bei 27 Prozent gelegen.
Seit eineinhalb Jahren ist die Wehrpflicht in Deutschland Geschichte. Verteidigungsminister Thomas de Maizière hatte mit dem Aussetzen im Juli 2011 als Ziel 5000 bis 15.000 Freiwillige ausgegeben.
Im Dezember absolvierten 11.150 der rund 192.000 Bundeswehrsoldaten den freiwilligen Wehrdienst. Damit erreichte de Maizière zwar die selbst gesetzte Untergrenze, Tausende Plätze bleiben aber nach wie vor frei. Der Dienst der Freiwilligen dauert bei der Bundeswehr sieben bis 23 Monate, im Durchschnitt sind es 13 Monate.
Das Interesse am Bundesfreiwilligendienst, dem Ersatz für den früheren Zivildienst, ist dagegen sehr hoch. Nach Angaben des Bundesfamilienministeriums waren seit Anfang 2012 alle 35.000 Plätze praktisch durchgehend ausgebucht - und das, obwohl die sogenannten Bufdis deutlich weniger verdienen. Sie erhalten höchstens 348 Euro im Monat, die Bundeswehr-Freiwilligen bis zu 1146 Euro.
Die Abbrecherquote für den Dienst bei Wohlfahrtsverbänden oder Sozialeinrichtungen liege unter 15 Prozent, sagte ein Sprecher des Familienministeriums. Damit ist sie nur halb so hoch wie bei der Bundeswehr.
Verteidigungsminister de Maizière hatte die hohe Abbrecherquote bei der Bundeswehr schon vor Monaten mit einer gewissen Naivität mancher Freiwilliger erklärt. "Einige Rekruten überrascht es offenbar, dass sie morgens mit geputzten Stiefeln zum Dienst erscheinen sollen, in einer Stube mit mehreren Soldaten schlafen oder dass sie nur in der Raucherpause rauchen dürfen", sagte er in einem Zeitungsinterview.
Zufrieden kann der Minister mit der Rekrutierung von Zeitsoldaten sein. Zum 1. Januar traten knapp 3500 junge Leute ihren zeitlich befristeten Dienst bei der Bundeswehr an. Darunter waren etwa 380 Frauen. Damit ist der Bedarf von 16.150 neuen Zeitsoldaten für 2013 bereits zu einem Viertel gedeckt.
 
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