Kämpfe in Mali
Deutsche Transalls für Frankreichs Wüsten-Mission
Die deutsche Hilfe für die französische Mali-Mission wird konkret: Berlin und Paris verhandeln intensiv über die Entsendung von Transall-Transportflugzeug. Über Details wollen Verteidigungsminister de Maizière und sein Kollege aus Frankreich am Donnerstag entscheiden.
Berlin - Deutschland und Frankreich sprechen derzeit über eine mögliche Unterstützung der Bundeswehr für die französische Operation gegen Islamisten in Nordmali. Verteidigungsminister Thomas de Maizière berichtete am Dienstagnachmittag von einem "engen Kontakt" zwischen den Verteidigungsressorts der beiden Länder, die Gespräche seien aber noch nicht abgeschlossen.
Die alten, aber sehr zuverlässigen Transall-Maschinen eignen sich sowohl zum Truppen- als auch zum Materialtransport und können auch auf Schotterpisten landen. Die Gespräche zwischen Frankreich und Deutschland entsprechen der Routine bei militärischer Hilfe. Wie bei Nato-Missionen wird zunächst hinter den Kulissen vereinbart, welche Unterstützung das andere Land braucht. Dann stellt dieses eine entsprechende Anfrage. In Berlin wird erwartet, dass diese von Frankreich am kommenden Donnerstag bei einem Treffen zwischen de Maizière und seinem französischen Kollegen vorgelegt wird.
Briten haben bereits Transportflugzeuge zugesagt
De Maizière sagte am Rande einer Fraktionssitzung der CDU, es stehe noch nicht fest, wie viele Maschinen entsandt würden, von welchen Orten diese Truppen und Material transportieren sollten und wie lange sie im Einsatz sein sollen. Ob der Bundestag wegen der Unterstützung befragt werden müsse, hänge von dem Auftrag der Bundeswehrmaschinen ab.
Denkbar ist, dass die Transalls den Franzosen bei der Verlegung von Truppen aus Frankreich nach Mali oder auch innerhalb von Mali helfen könnten. Im Gespräch sind aber auch Transportflüge, die Soldaten der afrikanischen Allianz Ecowas nach Mali bringen. Die Ecowas soll möglichst schnell rund 3300 Soldaten nach Mali schicken, verfügt aber über wenig eigene Transportfähigkeiten.
Auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Bereitschaft zu Unterstützung für den französischen Militäreinsatz in Mali bekräftigt. "Wir überlegen, ob wir logistische Unterstützung leisten oder humanitäre Hilfe", sagte Merkel dem Sender NDR Info. Es gehe in Mali darum, dass Terroristen nicht die Oberhand über das ganze Land gewinnen. Sorgen darüber, dass Deutschland in einen neuen Krieg hineingezogen werden könnte, seien aber jedenfalls unberechtigt.
Neben Deutschland haben mehrere
andere Nationen Unterstützung für die Franzosen zugesagt. Großbritannien hat bereits einen Transportflugzeug zur Verfügung gestellt. Die USA stellten in Aussicht, den Einsatz mit unbemannten Überwachungsdrohnen zu unterstützen und Geheimdienstinformationen zu teilen.
Frankreich peilt aktuell eine drastische Aufstockung seiner Truppen an, in Paris war am Dienstag von bis zu 2500 Mann die Rede, die in den kommenden Tagen an die Grenzlinie zwischen dem von den Islamisten kontrollierten Norden Malis und dem Südteil des Landes verlegt werden sollen. Auch in der Hauptstadt Bamako sollen Soldaten stationiert werden. Präsident François Hollande erklärte, die Truppen würden das Land wieder verlassen, sobald Stabilität und Sicherheit hergestellt seien und Mali ein solides politisches System besitze.
Bisher hat Frankreich lediglich die Grenzlinie zwischen den beiden Landesteilen gesichert und Vorstoßversuche der Rebellen in Richtung Süden mit Luftangriffen gestoppt. Am Wochenende hatte die Luftwaffe auch Trainingslager und Depots der verschiedenen Islamistengruppen bombardiert, um weitere Vorstöße im Keim zu ersticken. Die Bundesregierung geht nach vielen Gesprächen mit Paris derzeit davon aus, dass Frankreich keine Mission zur Vertreibung der Rebellen im Norden oder gar einer Besetzung der Wüstenregion plant.
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