SPIEGEL ONLINE
28.01.2013
 
Mecklenburg-Vorpommern
Rückkehr der Kopfnote
dpa
Im Nordosten sollen Schüler ab kommendem Schuljahr Zensuren für ihr Arbeits- und Sozialverhalten bekommen: Die rot-schwarze Koalition in Mecklenburg-Vorpommern will die Kopfnoten wieder einführen.
In wenigen Tagen bekommen die Schüler in Mecklenburg-Vorpommern ihre Halbjahreszeugnisse. Sie werden dann nicht nur in Mathe und Deutsch und all den anderen Fächern bewertet, auch ihr Arbeits- und Sozialverhalten wird von den Lehrern eingestuft. Bislang allerdings vergeben die Lehrer keine Noten für Mitarbeit und Betragen, sondern bewerten es je nachdem mit den Worten "vorbildlich", "gut", "zufriedenstellend" und "entwicklungsbedürftig".
Ab kommendem Schuljahr soll sich das jedoch ändern: Die rot-schwarze Landesregierung will dann auch das Verhalten der Schüler mit den klassischen Noten von 1 (sehr gut) bis 6 (ungenügend) bewerten lassen, wie ein Sprecher des Bildungsministeriums sagte.
Er bestätigte damit einen Bericht der "Ostsee-Zeitung" über die Rückkehr der Kopfnoten. Das Blatt zitiert den bildungspolitischen Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Marc Reinhardt, der demnach sagte, die Koalition habe sich "streitfrei" geeinigt: "Kopfnoten sind unerlässlich zur Bewertung des Sozialverhaltens. Dass diese Bewertung nun wieder in Form von Noten erfolgt, war überfällig."
Kopfnoten sind umstritten. Aus den meisten westdeutschen Zeugnissen verschwanden sie in den siebziger Jahren, einige Bundesländer führten sie aber später wieder ein - und schafften sie dann auch wieder ab, Nordrhein-Westfalen zum Beispiel.
Im vergangenen Jahr forderte der Deutsche Industrie- und Handelskammertag aussagekräftigere Schulzeugnisse: Sie sollten mehr Informationen über die Sozialkompetenz der Jugendlichen, also Betragen, Fleiß und Ordnung, liefern, sagte Driftmann. In einer Umfrage beklagte rund jedes zweite befragte Unternehmen Disziplinlosigkeit und unzulängliche Leistungsbereitschaft von Schulabgängern, fast ebenso viele beklagen mangelnde Belastbarkeit. Mehr als jeder dritte befragte Betrieb ist mit den Umgangsformen der Schulabgänger unzufrieden, und etwa jeder vierte sagt, sie zeigten schlicht kein Interesse.
FOTOSTRECKE

FOTOSTRECKE

 
Zum Thema:
 Was die Wirtschaft will: Seid korrekt und nett, Azubis
 NRW-Bildungspolitik: Rot-grünes Schulreförmchen empört Eltern und Lehrer
 Benimm-Zeugnisse : Bayern schafft die Kopfnoten ab
 Benimm-Zeugnisse in NRW: "Kopfnoten sind wie Pickel"
 Erziehung: "Disziplin ist das Tor zum Glück"
» MEHR SCHULSPIEGEL
» ZURÜCK ZUR HOMEPAGE
» ARTIKEL VERSENDEN
 
SUCHE IN SPIEGEL MOBIL
Politik | Wirtschaft | Börse | Panorama | Sport | Kultur | Wissenschaft | Gesundheit | Netzwelt | Uni | KarriereSPIEGEL | Schule | Reise | Auto | Wetter | Ticker | Fotostrecken | Video | English Site | manager-magazin.de
» Zum mobilen RSS
» NACH OBEN
© SPIEGEL ONLINE
Impressum Alle Rechte vorbehalten