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04.02.2013
 
Irans Weltraumpläne
Ahmadinedschad will ins All
AFP/ Iranian Presidency Website
Der kleine Präsident will hoch hinaus: Staatschef Mahmud Ahmadinedschad möchte der erste iranische Astronaut werden. "Ich bin bereit, für den wissenschaftlichen Fortschritt mein Leben zu opfern", zitiert ihn die staatliche Nachrichtenagentur Irna. Zuletzt schossen die Iraner ein Äffchen ins All.
Teheran - Die iranischen Weltraumpläne sind um ein skurriles Kapitel reicher: Erst kürzlich schoss man nach eigenen Angaben ein Äffchen erfolgreich ins All - nun erklärte sich Präsident Mahmud Ahmadinedschad bereit, der erste iranische Mensch im Weltall zu werden. Das berichtet die staatliche Nachrichtenagentur Irna.
"Ich bin bereit, für den wissenschaftlichen Fortschritt des Landes sogar mein Leben zu opfern und der erste iranische Astronaut im All zu werden", zitiert Irna Ahmadinedschad. Nach Aussage des Präsidenten will Iran binnen vier oder fünf Jahren mit bemannten Weltraummissionen starten.
Anfang vergangener Woche hatte Teheran gemeldet, einen Affen in die Erdumlaufbahn geschossen und später sicher heimgebracht zu haben. Das Tier soll laut dem Bericht in der Raumkapsel "Pischgam" ("Pionier") bis in eine Höhe von 120 Kilometern transportiert worden und dann unbeschadet zur Erde zurückgekehrt sein.
Doch schon kurz nachdem die Iraner das Weltraum-Äffchen präsentiert hatten, meldeten die ersten ausländischen Beobachter Zweifel an. Ein Studium des iranischen Bildmaterials zeigte, dass sich der - vermeintliche - Rückkehrer in wesentlichen Merkmalen von dem Primaten unterschied, den man vor dem Start präsentiert hatte. Daraufhin musste ein Vertreter des iranischen Weltraumprogramms einräumen, dass auf manchen Bildern, die angeblich den Weltraumreisenden zeigten, in Wahrheit ein anderer Primat zu sehen war.
FOTOSTRECKE
Der kurze Ausflug des Affen ins All sei wichtiger Teil der Vorbereitungen für Irans ersten bemannten Raumflug, hieß es. 2010 schoss die iranische Raumfahrtagentur nach eigenen Angaben eine Rakete ins All, an deren Bord eine Maus, eine Schildkröte und mehrere Insekten waren.
Und nun also die Ahmadinedschad-Meldung, die allerdings einen kleinen Schönheitsfehler hat. Denn der erste Iraner im All kann der Staatschef gar nicht mehr werden. Die Weltraumtouristin Anousheh Ansari startete bereits 2006 ins All. Die damals 40-jährige Unternehmerin startete in einer Sojus-TMA-9-Kapsel aus Kasachstan in den Orbit, als erste Iranerin eben. Sie zahlte angeblich 20 Millionen Dollar für ihren Ausflug.
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