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07.03.2013
 
Spionagekamera an Syriens Küste
Wo die Felsen Augen haben
FOTOSTRECKE
Propaganda oder echter Fund? Syrien behauptet, an seiner Küste eine israelische Spionagekamera entdeckt zu haben: Das Gerät war demnach unter einer Felsattrappe verborgen. Es wäre nicht das erste Mal, dass Israel mit derartiger Tarnung arbeitet.
Damaskus - Für Syrien ist es ein Beweis für eine unzulässige Einmischung Israels in syrische Angelegenheiten: Der staatliche Rundfunk des Bürgerkriegslandes veröffentlichte an diesem Donnerstag Bilder, die angeblich eine israelische Spionagekamera zeigen. Die Kamera sei an der syrischen Küste entdeckt worden, hieß es, genauere Angaben zum Fundort wurden nicht gemacht. Das Gerät habe einen "sensiblen Ort" überwacht und sei in den vergangenen Tagen gefunden worden.
Zusätzlich zur Kamera seien sechs große Batterien und ein Getriebe entdeckt worden - und das gesamte Material sei unter einer Felsattrappe versteckt gewesen. Dem syrischen Rundfunk zufolge habe die Kamera Aufnahmen in Echtzeit übermittelt und sei sowohl von Israel als auch von "bewaffneten Terroristengruppen" genutzt worden.
Syrien bezeichnet die Rebellen im eigenen Land immer wieder als Terroristen und hat in der Vergangenheit mehrfach das Ausland für den Aufstand gegen Präsident Baschar al-Assad verantwortlich gemacht.
Eine Sprecherin des israelischen Verteidigungsministeriums erklärte, man werde den Bericht prüfen, weitere Angaben machte sie nicht. Yigal Palmor, Sprecher des israelischen Außenministeriums, sagte: "Wir lassen uns nicht in den syrischen Bürgerkrieg hineinziehen - weder auf der Propagandaebene der Worte noch in der Realität."
Die Bilder von den Felsattrappen, die im syrischen Rundfunk gezeigt wurden, ähnelten laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters an Funde im Libanon in den vergangenen Jahren. Auch Libanon hatte in diesen Fällen behauptet, es handele sich um Spionageaktionen Israels. Auch die Briten hatten mit einem ähnlichen Gerät in Moskau spioniert - und dies sogar später zugegeben.
 
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