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11.04.2013
 
Finnland
Polizei setzt Putin versehentlich auf Verdächtigen-Liste
AFP
Den finnischen Behörden ist ein peinlicher Fehler passiert: Der russische Präsident Wladimir Putin stand tagelang auf einer Liste gesuchter Verdächtiger - zusammen mit mutmaßlichen Straftätern. Der Polizeichef spricht von einem "schweren Irrtum".
Helsinki - Die finnische Polizei hat den Namen des russischen Präsidenten Wladimir Putin auf eine schwarze Liste mutmaßlicher Straftäter gesetzt - versehentlich, wie sie nun beteuert.
Die elektronische Datenbank enthält die Namen von Personen, die im Verdacht stehen, mit dem organisierten Verbrechen gemeinsame Sache zu machen. Es handelt sich um Verdächtige von Straftaten, auf die mindestens sechs Monate Haft stehen. Die Polizei im ganzen Land kann Berichten zufolge auf die Liste zugreifen. Rund 1000 Polizisten sollen Zugang gehabt haben, die unter anderem geheimdienstliche Informationen über Verdächtige beinhaltet.
Ein peinlicher Vorfall, dazu diplomatisch brisant. Denn Putin hätte theoretisch von der finnischen Polizei festgenommen werden können.
Die Behörden in Finnland überboten sich am Donnerstag denn auch mit Erklärungen. "Ein Versehen", erklärte ein Polizeisprecher. Dass Putin auf der Liste gelandet sei, habe keinen juristischen Grund. Auch der Chef der Polizei Mikko Paatero sprach von einem "schweren Irrtum", von einem "extrem außergewöhnlichen Vorfall", der "unter keinen Umständen" hätte passieren dürfen.
Die finnische Innenministerin Paivi Rasanen ließ eine Entschuldigung an Putin übermitteln: Das Innenministerium sei "sehr besorgt" über den Vorfall.
Den Behörden zufolge tauchte Putins Name vor rund zwei Wochen auf der internen Liste auf. Am Mittwoch sei er aus der Datenbank gestrichen worden. Wie genau der Name des russischen Staatschefs auf die Liste gelangte, ist bisher ungeklärt.
Der finnische TV-Sender MTV3 hatte von der Ermittlungspanne und der Verbindung zu den "Nachtwölfen" berichtet. Putin hatte sich in der Öffentlichkeit immer wieder mit Mitgliedern des russischen Motorradclubs gezeigt.
Die Polizei hat nun die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Der russische Präsident habe gelassen reagiert und betont, dass die Behörden den Eintrag rasch gelöscht und sich entschuldigt hätten, zitierten finnische Medien einen Sprecher Putins.
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